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Die Kirche war gegen die Katharer, die Katharer gegen die Kirche, das ist klar. Was war aber mit den Templern? Mit wem arbeiteten sie zusammen, auf welcher Seite standen sie?
Eine nähere Betrachtung erweckt den Eindruck, dass die Templer sozusagen „zwischen den Stühlen” standen. Scheinbar wollten sie sowohl die Vorteile einer offiziellen Anerkennung der Kirche nicht missen und sich dabei aber trotzdem auch nicht gegen die Katharer wenden, denen sie nahe standen und bei denen sie durchaus auch Familienangehörige hatten:
Offenkundig unter dem geistigen Einfluss Bernards von Clairvaux, einem der einflussreichsten Berater des Papstes, pries Papst Innozenz II. im Jahre 1139 die Tugendhaftigkeit der Templer und garantierte ihnen mit der Bulle „Omne datum optimum” die Unabhängigkeit des Ordens von allen kirchlichen und weltlichen Autoritäten. Die Tempelritter schuldeten von da an nur noch dem Papst Gehorsam.
Bernard von Clairvaux war aber auch ein strikter Gegner der Katharer. Auch wenn er die Kreuzzüge gegen diese nicht mehr selbst erleben sollte, so war es auch gerade der von ihm gegründete Orden der Zisterzienser, der am grausamsten gegen die Katharer vorging.
Und was war mit den Templern? Es handelte sich offiziell um einen katholischen Orden. Und doch standen sie den Katharern nahe. An den Kreuzzügen gegen die Katharer beteiligten sie sich nicht, diese lehnten sie ausdrücklich ab. Umgekehrt verteidigten sie die Katharer aber auch nicht gegen das Heer des Papstes. Verfolgten Katharern gewährten sie dennoch Unterschlupf.
Interessanterweise war in den Jahren von 1156 bis 1159 aber auch Bertrand von Blanchefort Oberhaupt des Templerordens. Und dieser war Katharer und stammte aus einer südfranzösischen Dynastie.
Und danach waren die Templer, einst das stolzeste Kind der Kirche, siebenhundert Jahre deren Erzfeinde. Und plötzlich sind sie wieder der Familie ehrwürdiges Mitglied, mit der Begründung, dass sie ja bereits kurz nach ihrer Verurteilung wieder freigesprochen wurden, und dass dies alles nur vergessen wurde.
War dies wirklich ein Versehen? Manche Quellen berichten, dass die Templer bei ihren Aufenthalten im Heiligen Land dort auch eindeutige Belege dafür fanden, dass Jesus gnostisches Gedankengut lehrte. Auch sollen sie weitere Beweise für schwere Irrtümer und Doppeldeutigkeiten in der Lehre der Kirche gefunden haben. Dies würde die Nähe der Templer zu den Katharern und die anschließende siebenhundertjährige Verdammung der Templer durch die Kirche erklären, welche nicht wollte, dass die Wahrheit ans Licht kommt.
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