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Viele alte Hochkulturen behaupteten also, dass alle Zeit zusätzlich neben ihrer linearen Abfolge auch gleichzeitig nebeneinander existiert, wie eine Bibliothek, in der alle Bücher beim Betreten des Besuchers bereits vorhanden sind. Der Besucher liest ein Buch Seite für Seite, das ist dann die lineare Abfolge des Geschehens. Die Gleichzeitigkeit besteht darin, dass alle Bücher, die er lesen kann, bereits fertig in den Regalen stehen. Ein Prophet oder Seher, der Volksmund bezeichnet solche Fähigkeiten als das „zweite Gesicht”, kann also, falls er in der Lage ist, bewusst mit seinem vierten Körper, dem Mentalkörper, in Verbindung zu treten, bildlich gesprochen kapitelweise vorwärts blättern oder gleich direkt auf andere Bücher zugreifen.
Das ganze klingt natürlich ziemlich theoretisch – gibt es einen eindeutigen Beleg dafür, mag sich mancher an dieser Stelle fragen.
Die Legende der Sieben Rishis
Nun, die Legende besagt, dass vor ca. fünf- bis siebentausend Jahren im alten Indien die sogenannten Sieben Rishis lebten. Das Mahabharata, eine alte Schrift der Inder, stellt die Rishis als eine besondere Art von Wesen neben den Göttern, den Dämonen und den Menschen dar. Einerseits wurden sie als edle Weise und Berater von Königen und Weisen beschrieben, andererseits galten sie manchmal auch als etwas eitel, jähzornig und nachtragend. Auch galten die Rishis als sehr mächtig – selbst die Heere und Streitkräfte der Götter und Dämonen konnten sie nicht besiegen.
Die Legende besagt nun, dass genau diese Sieben Rishis in der Lage waren, alle Zeit als gleichzeitig wahrnehmen zu können. Vor ca. fünf- bis siebentausend Jahren waren sie also in der Lage, die Zeit, in der wir heute leben, genau zu erfassen.
Da die Rishis diese Zeit, unsere heutige Zeit, als ein sehr dunkles Zeitalter beschreiben, als eine Zeit, in der das alte, hohe Wissen der vergangenen Jahrtausende vollständig in Vergessenheit geraten sein wird, als eine Zeit, in der die Maya, die Täuschung, die Illusion, große Siege feiern wird, beschlossen sie als Hilfestellung für uns, die Leben von den Menschen, die einmal in Zukunft leben und die Schicksalsbibliotheken aufsuchen werden, in einer in Metall gravierten Bibliothek festzuhalten. Von dieser Bibliothek wurden nunmehr zwölf Abschriften angefertigt, in der Art und Weise, dass die Informationen in den Sprachen Sanskrit oder Alt-Tamil in Palmblättern eingeritzt wurden. Diese Ritzungen wurden dann mit Ruß gefüllt bzw. geschwärzt, damit das ganze besser lesbar war. Schließlich wurde das Blatt noch durch eine hauchdünne Schicht eines bestimmten Öles überzogen und konserviert. Das ganze war nun bis zu achthundert Jahre haltbar – bei einsetzenden Verfallserscheinungen wurden die Blätter über die Jahrtausende hinweg dann immer wieder neu abgeschrieben.
Was ist nun aber auf den Blättern vermerkt? Die Legende sagt, dass für jede und jeden, die oder der eine der zwölf indischen Palmblattbibliotheken aufsucht, dort sein eigenes Palmblatt bereitliegt. Zur Identifikation des Blattes reichen der Name und das Geburtsdatum vollkommen aus. Vermerkt sind auf dem Blatt das Datum des Erscheinens, der Name der Eltern in Lautschrift, eine kurze Beschreibung der momentanen Befindlichkeit des Eintreffenden, eine detaillierte Beschreibung der Zeit seit der Geburt bis zum heutigen Tage sowie die Beschreibung der Zukunft bis zum Tage des Todes, der oft auf den Tag genau angegeben ist, auch unter Angabe der näheren Umstände des Ablebens.
Funktioniert es oder funktioniert es nicht? Man kann viele Bücher und Beiträge zu diesem Thema lesen, z.B. von den Autoren Holger Kersten und Thomas Ritter. Letztlich kann man sich die Frage aber nur selbst beantworten, und zwar indem man nach Indien fährt und es ausprobiert.
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